Wir haben eine Broschüre für Betroffene
von sexueller Ausbeutung geschrieben.
(pdf, 1169kb)
Eine Druckversion ist geplant.
Niemandem eine Lüge schuldig - Astrid
„All die Jahre, Daddy, du in meinem Bett“ –
die erste Zeile des ersten Songs lässt keinen Zweifel, worum es geht.
Astrid thematisiert auf ihrer Single „Niemandem eine Lüge
schuldig“ den jahrelangen Missbrauch in der Familie mit ungewohnt klaren
Worten. In drei ausdrucksstarken Liedern umreisst sie das gesamte
Erfahrungs- und Gefühlsuniversum, das viele Opfer sexueller Misshandlung
durchwandern. Es reicht von der Erstarrung im Schmerz bis hin zur
selbstsicheren Einforderung des eigenen Glücks und echter Liebe. Bereits
im ersten Refrain macht die mutige Musikerin denn auch klar, dass sie
nicht bereit ist, in der einstigen Opferrolle stecken zu bleiben, dass
sie statt dessen heilen und sich entfalten will.
Die Single richtet sich nicht nur an Betroffene und deren Angehörige,
sondern auch an sämtliche Berufsgruppen, die mit Kindern zu tun haben.
An Lehrerinnen, Sozialarbeiter oder Psychologinnen, die Kindern
gegenüber das Thema sexueller Missbrauch ansprechen wollen, sei es in
präventiver Weise oder aufgrund eines Verdachts.
Der Erlös der Single geht an den Selbsthilfe-Verein GSM (Gegen sexuellen
Missbrauch, www.sexuellermissbrauch.ch).
„All die Jahre, Daddy, du
in meinem Bett“ – die erste Zeile des ersten Songs lässt keinen Zweifel,
worum es geht. Astrid thematisiert auf ihrer Single „Niemandem
eine Lüge schuldig“ den jahrelangen Missbrauch in der Familie mit
ungewohnt klaren Worten. In drei ausdrucksstarken Liedern umreisst die
mutige 29-Jährige das gesamte Erfahrungs- und Gefühlsuniversum, das
viele Opfer sexueller Misshandlung durchwandern. Es reicht von der
Erstarrung im Schmerz bis hin zur selbstsicheren Einforderung des
eigenen Glücks – und, auf musikalischer Ebene, von
melancholisch-bluesigen bis zu fröhlich-beschwingten Tönen.
Im Eingangssong „Daddy“ erzählt die Musikerin vom Vater, dem Täter, von
der Mitwisserin Mutter und vom kleinen Mädchen, das damals im Bett nicht
schreien konnte und fast erstickt wäre, das grenzenlos verletzt
wurde und seine Unschuld verloren hat. In „Orchidee“ spricht sie die
inzwischen erwachsene Frau an, in der immer noch das nackte, angstvolle
Geschöpf von damals steckt. In beiden Liedern stellt die Sängerin und
Pianistin den empfindsamen Strophen kraftvolle Refrains entgegen und
zeigt damit, dass sie nicht bereit ist, in der einstigen Opferrolle zu
verharren. Sie nimmt ihr Leben in die eigene Hand: „Kann mich entfalten,
langsam heiln. Und ich lern trotzdem noch, was echte Liebe ist.“
Die verschiedenen, mehrfach wechselnden Blickwinkel der ersten zwei
Stücke – Kind/Erwachsene, Vergangenheit/Gegenwart/Zukunft,
Ohnmacht/Kraft, Verlorenheit/Vertrauen – sind Bestandteil des
Aufarbeitungsprozesses sexuell missbrauchter Menschen. Astrid
fügt diese Perspektiven im ermutigenden dritten Lied „Weil ich es will“
wieder zu einem Ganzen zusammen. Die Vergangenheit hat zwar Narben
hinterlassen, doch sie ist verdaut: „Liebe dringt unter meine Haut.“
Die Künstlerin ist eine der Gründerinnen des Selbsthilfe-Vereins GSM
(Gegen sexuellen Missbrauch, www.sexuellermissbrauch.ch), der sich dafür
einsetzt, Missbrauch zu enttabuisieren. Die Single verfolgt das selbe
Ziel. Sie richtet sich an Betroffene und deren Angehörige, aber auch an
sämtliche Berufsgruppen, die mit Kindern zu tun haben. An Lehrerinnen,
Sozialarbeiter oder Psychologinnen, die Kindern gegenüber das Thema
sexueller Missbrauch ansprechen wollen, sei es in präventiver Weise oder
aufgrund eines Verdachts. Der Erlös der Single geht an den Verein GSM
Musik und Texte: Astrid
Klavier und Gesang: Astrid
Geige: Milena Rebsamen
Kosten sFr. 15.-
plus Versandkosten ca. sFr 3.-
direkt bei GSM bestellen: (Kontakt)
Bestellen bei
musicdome
(im Ausland Bezahlung nur mit Kreditkarte möglich)
Musik als Medium in diesem Thema in so direkten Worten ist mir bis anhin noch nicht zu Ohren gekommen darum auch diese Idee. Und auch, weil natürlich Musik und insbesondere das Singen meine grosse Leidenschaft ist, die oft meinem Leiden Abhilfe verschafft hat und es immer noch tut.
Es ist ein Ventil, ein Medium, was ich mir die ganzen Jahre über bewahren konnte, wo ich so viele Gefühle aussingen durfte, getarnt in Melodie und Harmonie wie sie in Worte gefasst nicht meinen Lippen entrinnen durften.
Ich konnte mich von den Tätern loslösen, meinen Weg gehen und ein Stück weit heilen, dass ich es nun auch in Liedtexte fassen kann, das Unsagbare und zusammen mit den Gefühlen mich selbst auch zeigen kann. Was für eine wundervolle Ausdrucksmöglichkeit.
Einerseits ist es natürlich eine Aufarbeitung für mich selbst. Ein Brechen mit dem Tabu und dem Schweigen. Andererseits soll es aber auch aufwecken, berühren, Hoffnung schenken, von Schuld befreien helfen, Heilung zeigen und anregen und einfach ermutigen sich zu öffnen, sich zu zeigen.
Schreckliches, was sonst im Hals stecken bliebe oder auf dem Papier überlesen würde und gleich wieder verdrängt, hat mit Musik diesem wunderbarem Medium die Chance so auf eine gute Art und Weise Anklang zu finden ohne anzuklagen oder zu beschönigen.
Astrid
IMPRESSUM: Text, Musik und Bilder: Astrid Tiger und Verein GSM, Webdesign: Monika Saxer